Mit drei Dirigenten um die Welt gereist
Musikkapelle Thundorf-Straß begeistert bei Katharinenkonzert in der Mehrzweckhalle Mitterfelden

Die Musikkapelle Thundorf-Straß auf der Bühne mit Blumenschmuck und – passend zum Motto – Globus sowie Atlas.
Mitterfelden. Ein Feuerwerk an Vielseitigkeit bot die Musikkapelle Thundorf-Straß zum traditionellen Katharinenkonzert in der Mehrzweckhalle Mitterfelden dem zahlreich erschienenen Publikum. Das Programm stand unter dem Motto: „Eine musikalische Reise um die Welt“. Die drei Leiter der Kapelle Ulrike Althammer, Johannes Hauthaler und Daniela Nitzinger agierten abwechselnd. Zudem spielten sie in der Kapelle mit, wenn sie nicht gerade dirigierten. Durch das Programm führten die aktiven Musiker Stefan Reichenberger und Hildegard Nitzinger. Für das mit Leidenschaft vorgetragene Klangerlebnis belohnten die Zuhörer die Ausführenden mit begeistertem Applaus.
Ronja Wallner als SolistinBühne zunächst nur mit wenigen Musikern besetzt
Der Konzertabend begann mit dem Stück „Marsch des Soldaten Robert Bruce“. Die Bühne war zuerst nur mit wenigen Musikern besetzt. Die junge Ronja Wallner spielte, begleitet von Trommeln, mit der Querflöte grandios ihren Solopart. Unter dem Dirigat von Ulli Althammer gesellten sich instrumentenblasend seitlich der Bühne noch drei musikalische Formationen dazu. Dabei entwickelte sich die Musik aus einer ruhigen, choralartigen Atmosphäre in ein fulminantes Finale. Ein schönes Blumenarrangement und – passend zum Motto des Abends – ein Atlas sowie ein Globus für die Welt schmückten das Bühnenbild. Der 1. Vorstand Markus Enzinger sagte den Besuchern ein herzliches „Griaß God“ im Namen der Musikkapelle Thundorf-Straß und begrüßte die Ehrengäste – darunter Bürgermeister Martin Öttl, die Altbürgermeister Hans Eschlberger und Hans Waldhutter sowie Sebastian Haunerdinger als Vertreter vom Musikbund.
Stefan Reichenberger kündigte das Stück „Unsere Reise“ an und ermunterte: „Steigt‘s alle ei, mim Zug geht‘s durchn Eurotunnel über Frankreich bis in die Schweiz“. Von der Schweizer Gruppe Fäaschtbänkler bot die Musikkapelle unter Leitung von Daniela Nitzinger eine sehr gute Interpretation. Anschließend war der Walzer „Egerländer Träumereien“ von Toni Scholl mit Arrangement von Frank Pleyer wunderbar anzuhören.
Helga Friesinger an der Tuba mit Ulrike AlthammerTubisten haben in der Regel einen Platz in der letzten Reihe des Orchesters – „Maschinenraum“ eines Klangkörpers. Beim Stück „Unsere Tuba“ von Klaus Rambacher stand Tubistin Helga Friesinger aber direkt neben Dirigentin Ulli Althammer sozusagen an vorderster Front und zog die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich. Die Bläserin meisterte ihr Solo bravourös und erhielt dementsprechend Applaus.
Hildegard Nitzinger sagte zum Stück „Virginia“, es könne viel sein, ein Name oder eine dicke Zigarre, in diesem Fall ist es ein US-amerikanischer Bundesstaat. Auf der Landkarte schaut er wie ein schief geratenes Dreieck aus. Der niederländische Komponist Jacob de Haan versucht Virginia mit drei Zeitabschnitten, die Kolonisation, die Sklaverei und der amerikanische Bürgerkrieg in lebhafte, dann wieder langsame, in mal kämpferische, mal friedvolle und mal melancholische und schließlich optimistisch stimmende Musik darzustellen. Tochter Daniela leitete die Kapelle, die in gewohnter Manier hörbar machte, welches Potenzial in ihr steckt.
Ein Südtiroler Spruch, vorgetragen von Stefan Reichenberger, leitete den „Millander Festtagsmarsch“ aus der Feder von Andreas Kofler ein – eine Auftragskomposition zum 30. Jubiläum der Musikkapelle Milland, einem Stadtteil von Brixen in Südtirol. Er wurde fein gespielt und dabei taten sich sämtliche Register hervor, bevor sich der Klangkörper in die Pause verabschiedete.
Mit dem Stück „The Red Eagle“, eine Hommage an das Wappentier roter Tiroler Adler von Michael Geisler, erfolgte unter der Leitung von Johannes Hauthaler ein fulminanter Auftakt in den zweiten Teil des Konzerts.
Das beliebte Medley für Blasorchester aus dem Disney-Film „Encanto“ von Komponist Lin-Manuel Miranda mit Arrangement von Paul Murtha steht im Spanischen für Zauber oder Charme. Das Stück umfasst einen fröhlichen Beginn mit spürbarer kolumbischer Lebensfreude, gefolgt von eleganten aber düsterem Tango sowie weiteren musikalischen Stilrichtungen. Dirigent Hauthaler brachte mit dem Orchester spielerische und musikalische Elemente mit Leichtigkeit in die Mehrzweckhalle.
Nach einem Grußwort von Bürgermeister Martin Öttl, der zu dieser musikalischen Leistung gratulierte, folgte das Stück „Rauschendes Fest“, vor dem Hildegard Nitzinger augenzwinkernd an den typischen Ablauf eines Musikfestes erinnerte. Unter Dirigent Johannes Hauthaler überzeugte die Kapelle auch hier.
Dirigentin Ulli Althammer zeigt Daumen nach oben
Mit „Sands of the Sahara“ von Larry Neeck entführten die Musiker danach in die Weite der Wüste mit Sandstürmen sowie trostlosen und trockenen Einöden in der Landschaft Nordafrikas. Doch kurz vor der Dehydration in der brütenden Hitze tauscht plötzlich eine rettende Oase auf. Die vielfältigen Stimmungen vermittelte die Kapelle, variantenreich vorgetragen, zunächst mit leisen Tönen. Danach erfüllte der ganze Klangkörper den großen Raum. Dirigentin Ulli Althammer zeigte am Schluss den Daumen nach oben und war sehr zufrieden mit den Musikern.
Die Dirigenten: Daniela Nitzinger, Johannes Hauthaler und Ulrike AlthammerMarkus Enzinger, zuvor bei den Schlagwerkern aktiv, dankte dem Bürgermeister und der Gemeinde für die Überlassung der Halle, der Gärtnerei für den Blumenschmuck und bei allen fleißigen Helfern, Gönnern und Unterstützern. Er bat danach die drei Dirigenten zu sich und dankte diesen für das Ausarbeiten des Programms und die Probenarbeit mit einem Präsent.
Als letztes offizielles Stück kündigte Stefan Reichenberger das Werk mit „Coldplay in Symphonie“ – ein Medley der größten Hits der britischen Pop-Rock-Band Coldplay – an. Unter der Leitung von Johannes Hauthaler präsentierte sich das 50-köpfige Ensemble großartig mit allen Registern.
Ein nicht endenwollender Applaus war der Lohn für eine sehr gelungene Aufführung. Die musikalische Weltreise war noch nicht ganz vorbei und Ulli Althammer dirigierte den amerikanischen Marsch „The Washington Post“ als erste Zugabe. Unter der Leitung von Johannes Hauthaler beendete die Musikkapelle mit den wunderschönen Klängen von „Dem Himmel sei Dank“ den hörenswerten Konzertabend.
Text und Fotos: Andreas Pils